BEIZEN: Beizen dient der Entfernung aller Verunreinigungen von der Edelstahloberfläche mit dem Ziel eine metallisch reine Oberfläche zu erhalten. Nur auf solch metallisch reinen Oberflächen kann sich die schützende Passivschicht ausbilden.
Zunder und Anlauffarben sind keine Passivschichten und somit potentielle Angriffspunkte für Korrosion. Dasselbe gilt für ferritische Ablagerungen, die während der Fertigung, besonders auf Baustellen fast unvermeidlich sind. Die Beizverfahren beseitigen auf chemischem Wege alle Verunreinigungen und führen zu metallisch reinen Oberflächen.
Man unterscheidet zwischen dem reinigenden Beizen und dem abtragenden Beizen. Beim letzteren werden zusätzlich äußere Oberflächenschichten bis zu einer Dicke von 3-5µ, im Bedarfsfalle auch bis 10µ abgetragen. Es sind dies Schichten, in denen nach einer mechanischen Bearbeitung vermehrt Zugspannungen enthalten sind. Diese wiederum können in Verbindung mit aggressiven Medien Auslöser von Spannungsrißkorrosion sein.
PASSIVIEREN: Passivieren bedeutet Ausbildung der schützenden Passivschicht. Dabei ist es unerheblich, ob dies auf natürlichem Wege durch Feuchtigkeit und Sauerstoff (innerhalb von Tagen) oder durch Passivierungschemikalien (Oxidationsmittel, innerhalb von Minuten) vor sich geht. Da bis zur vollständigen Ausbildung der Passivschicht jedoch Korrosionsgefahr besteht, empfiehlt sich die Passivierung auf chemischem Wege. Passivieren lassen sich nur metallisch reine Oberflächen. Das bedeutet, Passivieren ist immer der zweite Schritt nach einem Beizprozeßss |